Lebensretter neben Geldautomat

Windsheimer Zeitung vom 26.03.2016

Defibrillatoren in Filialen der Raiffeisenbank für jeden zugänglich

Stellen den Defibrillator an seinen neuen Platz (von links): Ralph Engelbrecht, Bernhard Kisch, Heinrich Reisenleiter, Erich Matthis, Martin Hofmann und Heiko Schneller. Foto: Claudia Lehner/Windsheimer Zeitung

 BAD WINDSHEIM – „Starten Sie die Herz-Druck-Massage“: Die freundli­che Frauenstimme gibt klare Anwei­sungen. Erst wenn diese erfüllt sind, geht es weiter und nur, wenn die Mes­sung des Geräts ergibt, dass ein Elektroschock wirklich die beste Lö­sung ist, wird dieser ausgelöst. „Be­dienen kann es jeder“, sagt Erich Matthis vom Arbeiter-Samariter-Bund deshalb über die Defibrillato­ren, wie sie jetzt in Filialen der Raiffeisenbank hängen.
Täglich sterben fast 3000 Menschen in Deutschland an plötzlichem Herz­versagen. Ein Defibrillator in der Nähe und jemand, der sich zutraut, ihn zu bedienen, könnte vielen hel­fen. Einen Beitrag dazu möchte die Raiffeisenbank Bad Windsheim leis­ten. In ihren Filialen am Bahnhofs­platz in der Kurstadt, in Burgbern­heim, Ipsheim, Marktbergel, Obern­zenn und Markt Erlbach sind nun solche Geräte öffentlich zugänglich. Und das 24 Stunden täglich, wie der stellvertretende Vorstandsvorsitzen­de Martin Hofmann bei der Überga­be des Geräts in der Bad Windshei­mer Hauptgeschäftsstelle der Bank betonte.
Der Defibrillator ist nun in einem alarmgesicherten Kasten im video­überwachten Vorraum der Bank untergebracht, in dem auch die Geld­automaten stehen. So soll schnelle Hilfe, am besten in den ersten fünf Minuten, im Notfall möglich werden. Damit die Standorte der Geräte be­kannt werden, hat die Bank 10 000 Flyer drucken lassen und verteilt.
Bei der Anschaffung hat sich das Kreditinstitut von den Rettungs­diensten im Landkreis beraten las­sen. Entsprechend wurde darauf ge­achtet, dass die Geräte kompatibel zu denen der professionellen Helfer sind, sodass diese nicht noch einmal neu Elektroden aufkleben, sondern einfach nur umstöpseln müssen.
Erich Matthis, Geschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bundes, bedank­te sich auch im Namen des Kreisge­schäftsführers des Bayerischen Roten Kreuzes, Ralph Engelbrecht, für das Engagement des Kreditinstituts. Er erklärte, wie das Gerät zu bedienen ist. „Im Grund ist es sehr simpel“, sagte Matthis. Es werde sehr genau angesagt, was zu tun ist: vom Abset­zen des Notrufs bis zum Auslösen des Schocks und darüber hinaus.
Die Raiffeisenbank hat 56 Mitar­beiter in Erster Hilfe und im Um­gang mit dem Defibrillator schulen lassen. Hofmann hofft, dass das auch für andere Ansporn sein könnte. Bei der Übergabe des Gerätes haben die Anwesenden – unter anderem Bür­germeister Bernhard Kisch, stellver­tretender Feuerwehr-Kommandant Heiko Schneller und Vorstandsvorsit­zender Heinrich Reisenleiter – weite­re Ideen gesponnen.
Gut wäre es, so die einhellige Mei­nung, wenn die Standorte aller öf­fentlich zugänglichen Defibrillatoren gemeinsam aufgelistet wären: mögli­cherweise auf den Stadtplänen. CLAUDIA LEHNER/Windsheimer Zeitung.