Keine Pläne, Geschäftsstellen zu schließen

Windsheimer Zeitung vom 09.06.2018

Vertreterversammlung der Raiffeisenbank Bad Windsheim: Warengeschäft soll zusammengeführt werden

Ziehen für die Raiffeisenbank eine positive Bilanz für 2017 (von links): Heinrich Reisenleiter, Hans Bauereiß und Martin Hofmann. Foto: Uli Brühschwein

BAD WINDSHEIM – Trotz historisch niedrigem Zinsniveau, einem politisch und finanzpolitisch schwierigen Umfeld und hohem Wettbewerb unter den Banken habe sich die Raiffeisenbank Bad Windsheim hervorragend schlagen können und ihre Marktpositionen in allen wichtigen Bereichen behauptet und ausgebaut. Diese positive Bilanz zum Geschäftsjahr 2017 zogen die Vorstände Heinrich Reisenleiter und Martin Hofmann bei der Vertreterversammlung der Bank, die in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen feiert.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates Hans Bauereiß sprach von einem erfolgreichen Geschäftsjahr. Die Bank sei gut aufgestellt, um ihren Wachstumskurs fortzusetzen. Die Raiffeisenbank Bad Windsheim sei ein wichtiger Teil des regionalen Wirtschaftskreislaufes und ein zuverlässiger Arbeitgeber. „An den finanzpolitischen Rahmenbedingungen können wir nichts ändern, aber die Nähe unserer Mitarbeiter zu unseren Kunden ist unsere Zukunft“, erklärte er.

„Insgesamt zufrieden“ zeigten sich die Bankvorstände unter den gegebenen Umständen mit dem Jahresabschluss 2017. Die Genossenschaftsbank hat ihre Bilanzsumme um 0,7 Prozent auf rund 416 Millionen Euro steigern können. Eine Steigerung um den gleichen Prozentwert – auf zirka 320 Millionen Euro – gab es bei den Kundengeldern. Als besonders erfreulich hoben die Vorstände den Zuwachs im Kreditgeschäft hervor. Dieses stieg einschließlich Eventualverbindlichkeiten um 12,6 Millionen Euro auf knapp 217 Millionen Euro. Diese Steigerung um 6,2 Prozent lag über dem Zuwachs der bayerischen Genossenschaftsbanken von 5,8 Prozent. Ein Minus von 2,5 Prozent hatte die Bank 2017 nur beim Zinsergebnis zu verzeichnen, das sich auf 8,1 Millionen Euro belief. Bedingt durch die Politik der Europäischen Zentralbank werde das Zinsniveau weiter niedrig bleiben, macht Reisenleiter Sparern keine Hoffnung auf steigende Zinsen. Die Bank habe Mitte vergangenen Jahres reagieren müssen und für großvolumige Geschäftskundeneinlagen Negativzinsen einführen müssen. Pläne, auch für Privatkunden Negativzinsen einzuführen, gebe es nicht.

Eine Stärke der Raiffeisenbank Bad Windsheim sei ihr Eigenkapital, das zum Abschluss des Geschäftsjahres 2017 45 Millionen Euro betragen habe, meinte Reisenleiter. Hofmann berichtete von einem Rückgang des Warengeschäftes: um drei Prozent auf acht Millionen Euro. Details könne er noch nicht nennen, sagte der Vorstand zu ersten Gesprächen, die drei genossenschaftlichen Warengeschäfte an den Standorten Bad Windsheim, Emskirchen und Gollhofen zusammenzuführen, um rückläufigen Umsätzen entgegenzutreten. Nach der Modernisierung des Hauptsitzes in Bad Windsheim sei geplant, 2019 die Geschäftsstelle Burgbernheim zu renovieren, sagte Reisenleiter. Derzeit gebe es keine Pläne, Geschäftsstellen zu schließen, betonte der Vorstand.

Die Bank hat laut Jahresbericht derzeit 110 Mitarbeiter und 7506 Mitglieder mit knapp 60000 Geschäftsanteilen. Die Versammlung stimmte zu, dass vom Jahresüberschuss von rund einer Million Euro etwas mehr als 500000 Euro den Ergebnisrücklagen zugeführt werden. Aus dem Bilanzgewinn von zirka 525000 Euro werden 250000 Euro den gesetzlichen Rücklagen, knapp 170000 Euro anderen Rücklagen zugeführt, 105000 Euro sollen als Dividende von 3,5 Prozent ausgeschüttet werden. Turnusgemäß in den Aufsichtsrat wiedergewählt wurden Gabriele Hartmann (Bad Windsheim) und Herbert Düll (Ipsheim). Uli Brühschwein/Windsheimer Zeitung