Retter im Lehrerzimmer

Windsheimer Zeitung vom 20.06.2018

Spende eines weiteren Defibrillators für die Mittelschule

Freuen sich über mehr Sicherheit im Notfall dank eines weiteren Defibrillators (von links): Stefan Sperling und Martin Hofmann von der Raiffeisenbank, Michaela Rechter und Corinna Fischer vom Erste-Hilfe-Team der Schule sowie Rektor Norbert Müller. Foto: Claudia Lehner

BAD WINDSHEIM – Im Notfall muss es schnell gehen, jede Minute zählt. Dessen ist sich Norbert Müller bewusst, besonders da er bereits erlebt hat, wie bei einem Bekannten ein Defibrillator zum Einsatz kommen musste und dieser deshalb überlebte. Umso mehr freut er sich, dass nun – dank einer Spende der Raiffeisenbank Bad Windsheim – ein zweiter Defibrillator in der Mittelschule bereitsteht, sollte einer der Lehrer, ein Schüler, Besucher oder auch jemand in der näheren Umgebung einen Herzstillstand erleiden.

Einen Defibrillator gibt es in der Schule bereits, er hängt in der Turnhalle, in einem abgesperrten Raum. Zu weit weg und zu schwer zugänglich findet Müller, wenn am anderen Ende des Schulgebäudes etwas passiert. Das zweite Gerät hängt seit kurzem an der Wand des Lehrerzimmers. Dort sei zu Schulzeiten ohnehin immer jemand, sagt Müller, ansonsten könnten der Hausmeister oder der Putzdienst den Raum aufsperren.

Die Bank hat gerne ausgeholfen, wie Vorstand Martin Hofmann erklärt. Immerhin habe die Raiffeisenbank selbst vor drei Jahren ihre Filialen mit Defibrillatoren ausgerüstet. In den Räumen mit den Bankautomaten, sodass das Gerät öffentlich rund um die Uhr zugänglich ist. Die 2600 Euro für den Defibrillator in Schule finden Hofmann und sein Kollege, Vertriebsleiter Stefan Sperling, deshalb gut eingesetzt. Die Geräte in der Bank wurden ebenso wie demnächst das in der Mittelschule in eine App (Defikataster) aufgenommen, in der sich jeder auf dem Smartphone anzeigen lassen kann, wo der nächste Defibrillator zu finden ist. Aktuell sind dort als Standorte die Bankfiliale am Bahnhof, das Arvena Reichsstadthotel, der Autound Reiseclub und Koronarsportgruppe am Breslauer Ring 6 eingetragen.

Müller betont, dass darauf geachtet wurde, dass eine weit verbreitete Technik ausgewählt wurde, die auch bei den Sanitätern vom Bayerischen Roten Kreuz und des Arbeiter-Samariter- Bundes im hiesigen Landkreis im Einsatz ist. Für Kinder ab acht bis zehn Jahren sei der Defibrillator ebenso zugelassen wie für Erwachsene. Er sei so einfach zu bedienen, dass man eigentlich nichts falsch machen könne und er sich selbst die Bedienung ohne Weiteres zutraue. Michaela Rechter und Corinna Fischer, denen ebenso wie Müller das Gerät bereits erklärt wurde, bestätigen das. Lehrer und auch die Schulsanitäter werden noch geschult. - Claudia Lehner/Windsheimer Zeitung