Warengeschäft in einer neuen Firma

Windsheimer Zeitung vom 29.06.2019

Die Raiffeisenbank Bad Windsheim verändert ihr Geschäftsmodell und verkauft keine landwirtschaftlichen Güter mehr.

BAD WINDSHEIM - Eine wichtige Entscheidung hatten die 89 Stimmberechtigen bei der Vertreterversammlung der Raiffeisenbank Bad Windsheim zu treffen: Die Bank trennt sich vom defizitären Warengeschäft, damit war eine größere Satzungsänderung verbunden.

Die beiden Vorstände beziehungsweise Direktoren Heinrich Reisenleiter und Martin Hofmann sowie Hans Bauereiß vom Aufsichtsrat berichteten, dass das Warengeschäft bereits seit vier Jahren nur noch mit einem Verlust abzuwickeln sei. Die Umsätze betragen zwar rund acht Millionen Euro pro Jahr, aber es gab zunehmend größere Verluste: 2015 waren es noch 17000 Euro, im vergangenen Jahr bereits 54 000 Euro. Mit den kleinen Umsätzen sei es auch in den nächsten Jahren nicht möglich, Gewinn zu erwirtschaften, so die beiden Vorstände.

Nach ihren Ausführungen gibt es im Landkreis neben der Raiffeisenbank Bad Windsheim noch zwei Betriebe, die landwirtschaftlichen Warenhandel betreiben: die Firma Raiffeisen-Waren-GmbH Gollhofen mit ebenfalls rund acht Millionen Umsatz und der Raiffeisen-Landhandel GmbH Emskirchen (RLH) mit einem Umsatz von rund 16 Millionen Euro. Beide Firmen erzielten noch Gewinn. Es wäre daher auch im Sinne der Mitarbeiter, dass sich die drei Betriebe zusammenschließen. Von den derzeit vorhandenen 13 Mitarbeitern im Warengeschäft der Bank soll keiner entlassen werden. Es sei aber mit den anderen Firmen noch nicht abgesprochen, wo entsprechende Warenlager nach einem Zusammenschluss verbleiben oder aufgebaut werden.

Die Raiffeisenbank wäre wahrscheinlich mit einem Anteil von rund 20 Prozent an einer landkreisweiten Raiffeisen-Landhandel-GmbH beteiligt, die Baywa mit 20 bis 25 Prozent, denn diese ist jetzt bereits mit 23 Prozent an der RHL Emskirchen beteiligt. Bei einer Enthaltung stimmten die anwesenden Vertreter für einen Beitritt zu einer landkreisweiten Raiffeisen-Landhandel- GmbH, auch bei der Satzungsänderung gab es keine Gegenstimme.

Bezüglich des Allgemeinen Bankgeschäfts stellten die beiden Vorstände fest, dass sich die Raiffeisenbank Bad Windsheim trotz schlechter politischer und wirtschaftlicher Ereignisse in allen wichtigen Bereichen behaupten konnte. Vor allem das Kreditgeschäft konnte weiter ausgebaut werden, bei den Kundeneinlagen gab es eine Steigerung. Die Spargelder werden angesichts der niedrigen Zinsen aber meist nur noch kurzfristig als Tages- oder Termingelder angelegt. Die Bilanz 2018 schließt in Aktiva und Passiva mit 430,5 Millionen. Der Bilanzgewinn beträgt 496 000 Euro. Auf Beschluss der Versammlung wird dieser wie folgt verwendet: Dividende von 3,5 Prozent, entspricht 105 746 Euro, Zuweisungen in die gesetzliche Rücklage 137000 Euro und Zuweisung in andere Ergebnisrücklagen 252 940 Euro.

Nur leicht verändertes Führungsteam (von links): Hans Bauereiß, Heinrich Reisenleiter, Siegfried Kilian, Joachim Enkert und Martin Hofmann.

Hans Bauereiß aus Bad Windsheim, der seit 2006 das Ehrenamt eines Aufsichtsrats ausübt, und Günther Gesell aus Ergersheim, der dem Gremium seit 2007 angehört, wurden wiedergewählt. Da Siegfried Kilian aus Linden die Altersgrenze von 65 Jahren erreicht hat, musste er nach 32 Jahren aus dem Aufsichtsrat ausscheiden. Seine Nachfolge tritt Joachim Enkert aus Altselingsbach an. Noch zu erfahren war, dass die Sanierung der Filiale in Burgbernheim im Herbst beginnen soll.

 

Text und Foto: Rainer Fritsch/Windsheimer Zeitung